Transparenz · 6 Min. Lesezeit · Intaq. Redaktion · Aktualisiert: 01.08.2026

So rechnet die Intaq App

Die meisten Kalorienrechner nutzen eine Formel aus den Achtzigern und multiplizieren sie mit einer geschätzten Zahl. Intaq. geht anders vor — und legt jeden Schritt offen.

Der Denkfehler, den fast alle machen

Schlecht geschlafen? Viel Stress? Viele Apps schlagen dann Kalorien drauf oder ziehen welche ab. Das klingt fürsorglich, ist aber physiologisch falsch — und es ist der Grund, warum ihre Zahlen auseinanderlaufen.

Verbreitete Annahme

Schlafmangel, Stress und bestimmte Medikamente senken deinen Kalorienverbrauch. Also senkt man das Ziel.

Was die Forschung zeigt

Diese Faktoren verändern fast ausschließlich deine Aufnahme — über Hunger und Belohnung. Der Verbrauch bleibt nahezu gleich.

Ein Bedarfsrechner schätzt den Verbrauch. Alles, was nur den Appetit verändert, gehört nicht in diese Rechnung — sonst entsteht eine Scheingenauigkeit, die sich gut anfühlt und trotzdem daneben liegt. Intaq. trennt beides sauber: Was den Verbrauch verändert, wird gerechnet. Was den Appetit verändert, wird angezeigt.

Nur Faktoren mit belegtem Effekt auf den Energieverbrauch verändern dein Ziel. Alles andere bekommst du als Kontext — ehrlicher und praktisch nützlicher.

Vier Wege zu deinem Grundumsatz

Der Grundumsatz ist der größte Posten deines Verbrauchs — und die größte Fehlerquelle. Statt starr eine Formel zu nutzen, wählt Intaq. automatisch die genaueste Methode, die deine Daten hergeben:

Wenn gemessen
Dein tatsächlicher Messwert

Hast du eine Kalorimetrie-Messung, wird sie direkt verwendet. Damit entfällt die Formel-Streuung komplett.

Wenn fettfreie Masse bekannt
Cunningham-Formel

Aus einem DEXA-Scan. Die fettfreie Masse sagt den Ruheumsatz besser voraus als jede Gewichtsformel — bei Trainierten ist das die genaueste Methode.

Wenn Körperfettanteil bekannt
Katch-McArdle-Formel

Auch eine geschätzte Körperzusammensetzung schlägt reine Gewichtsformeln — besonders bei höherem Körperfettanteil.

Basis
Mifflin-St-Jeor

Die in der Allgemeinbevölkerung am besten validierte Formel aus Größe, Gewicht, Alter und Geschlecht.

Je mehr du über deinen Körper weißt, desto weiter oben startet die Rechnung. Und wenn Basisdaten fehlen, erfindet Intaq. keine Standardwerte — die Unsicherheit wird sichtbar ausgewiesen statt versteckt.

Die Rechnung Schritt für Schritt

Aus deinem Grundumsatz wird dein Tagesziel — in einer festen Reihenfolge, bei der jeder Faktor auf der richtigen Ebene wirkt.

1

Grundumsatz

Die beste verfügbare Methode aus der Kaskade oben.

2

Ruhe-Faktoren

Schilddrüse, Fieber, Koffein und Nikotin, Betablocker, Zyklusphase. Diese wirken auf den Ruheumsatz — nicht auf den fertigen Tagesbedarf. Das ist ein entscheidender Unterschied: Ein Fieber-Aufschlag auf einen aktivitätsaufgeblähten Wert würde denselben Effekt doppelt zählen.

gedeckelt auf 0,80 – 1,30
3

Alltagsaktivität

Beruf und Bewegung im Alltag — ohne dein Training. Das kommt gleich separat dazu, damit es nicht zweimal zählt.

4

Feste Energiekosten

Dein geloggtes Training, Schwangerschaft und Stillzeit werden als Kalorien addiert, nicht als Prozentsatz. Denn 340 kcal Mehrbedarf sind 340 kcal — unabhängig davon, wie groß du bist.

5

Verdauung

Dein Körper verbraucht Energie, um Nahrung zu verwerten — bei Protein deutlich mehr als bei Fett. Intaq. leitet diesen Aufschlag aus deiner Makroverteilung ab statt pauschal 10 % anzusetzen. Eine proteinreiche Ernährung verdient sich hier real mehr.

6

Dein Ziel

Defizit oder Überschuss werden prozentual gerechnet. Ein festes Minus von 500 kcal ist für eine 55-kg-Person aggressiv und für eine 110-kg-Person kaum spürbar.

Untergrenze: dein eigener Ruheumsatz
7

Makros

Protein richtet sich nach deinem Ziel und deiner Körperzusammensetzung — im Defizit höher, weil es dort die Muskulatur schützt. Fett bekommt eine Untergrenze für den Hormonhaushalt.

Der eigentliche Sprung: Messen statt schätzen

Jede Formel bleibt eine Schätzung — auch die beste. Der größte Genauigkeitsgewinn kommt deshalb nicht aus einem weiteren Eingabefeld, sondern aus deinem eigenen Verlauf.

Sobald du etwa zwei Wochen deine Ernährung protokolliert und dich regelmäßig gewogen hast, kann Intaq. deinen echten Erhaltungsbedarf zurückrechnen:

Realer Bedarf = durchschnittliche Zufuhr − Energie aus deiner Gewichtsveränderung

Damit wird aus einer Schätzung eine Messung an dir selbst. Die Formel-Streuung ist ab da gegenstandslos. Intaq. blendet diesen Wert schrittweise ein — je mehr Daten vorliegen, desto stärker. Kurzfristige Wasserschwankungen werden herausgerechnet, Tage ohne Protokoll fließen gar nicht erst ein.

Was wir bewusst nicht einrechnen

Genauigkeit heißt auch, Dinge wegzulassen, für die die Datenlage nicht trägt. Diese Angaben erfasst Intaq. weiterhin für dein Tracking — sie verändern dein Kalorienziel aber nicht:

Schlafdauer & -qualität Stresslevel SSRI & GLP-1-Medikamente Tageszeit Körperoberfläche

Alle wirken über den Appetit oder mitteln sich über 24 Stunden weg. Ein Tagesbedarf darf sich nicht ändern, nur weil du die App abends statt morgens öffnest. Statt einer Scheinzahl bekommst du den ehrlichen Hinweis: „Dein Verbrauch ändert sich kaum — aber dein Appetit steigt. Plane heute bewusster."

Alle Parameter im Überblick

Verbindlich sind nur vier Angaben. Alles Weitere ist optional und verbessert die Schätzung Schritt für Schritt — du entscheidest, wie genau es sein soll. Tippe auf das i, um zu sehen, was ein Wert bewirkt.

Pflichtangabe Optional — macht die Schätzung genauer Kontext — verändert dein Ziel nicht
  • Dein Kalorienziel
    • 1GrundumsatzDie beste Methode, die deine Daten hergeben.
      • Gewicht Pflicht
      • Größe Pflicht
      • Alter Pflicht
      • Geschlecht Pflicht
      • Körperfettanteil Optional
      • Fettfreie Masse Optional
      • Gemessener Ruheumsatz Optional
    • 2Ruhe-FaktorenWirken auf den Ruheumsatz, nicht auf den fertigen Tagesbedarf. Gemeinsam gedeckelt auf 0,80–1,30.
      • Schilddrüsenstatus Optional
      • TSH-Wert Optional
      • Körpertemperatur Optional
      • Koffein Optional
      • Nikotin Optional
      • Betablocker Optional
      • Leptin Optional
      • Östrogen Optional
      • Zyklusphase Optional
    • 3AlltagsaktivitätBeruf und Bewegung im Alltag — ohne dein Training, das separat zählt.
      • Aktivitätslevel Pflicht
      • Schritte Optional
    • 4Feste EnergiekostenWerden als Kalorien addiert, nicht als Prozentsatz.
      • Geloggtes Training Optional
      • Schwangerschaft Optional
      • Stillzeit Optional
    • 5VerdauungWird aus deiner Makroverteilung abgeleitet, nicht pauschal angesetzt.
      • Thermischer Effekt Automatisch
    • 6Dein ZielProzentual statt als fester Betrag — damit es zu deiner Körpergröße passt.
      • Zieltyp Pflicht
      • Tempo Optional
    • 7KalibrierungDer größte Genauigkeitsgewinn — hier wird gemessen statt geschätzt.
      • Gewichtsverlauf Optional
      • Ernährungsprotokoll Optional
    • KontextWird erfasst, verändert dein Ziel aber bewusst nicht.
      • Schlafdauer & -qualität Kontext
      • Stresslevel Kontext
      • SSRI & GLP-1-Medikamente Kontext
      • Tageszeit Kontext
      • Körperoberfläche Kontext
      • Cortisol Kontext

Konfidenz statt Fortschrittsbalken

Viele Apps belohnen ausgefüllte Felder mit Prozentpunkten — auch solche, die am Ergebnis nichts ändern. Intaq. gewichtet danach, wie stark eine Angabe die Unsicherheit senkt:

+40

Gemessener Ruheumsatz — beseitigt die größte Fehlerquelle

+20

Körperzusammensetzung — der beste Prädiktor nach dem Messwert

+15

Basisdaten — Pflicht, ohne sie sinkt die Konfidenz sichtbar

+10

Aktivität aus Apple Health oder Google Fit — gemessen statt geschätzt

Statt einer Medaille bekommst du eine ehrliche Spanne: „Dein Bedarf liegt bei 2.360 kcal, realistisch zwischen 2.290 und 2.430." Mit aktiver Kalibrierung schrumpft dieses Band deutlich — weil die Schätzung dann auf deinem echten Verhalten beruht.

Dein Ziel, nachvollziehbar

In der App siehst du jeden dieser Schritte für deine eigenen Werte — inklusive der Faktoren, die bei dir gerade nicht greifen.

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Häufige Fragen

Warum ist das genauer als ein normaler Kalorienrechner?

Zwei Gründe. Erstens nutzt Intaq. die genaueste Methode, die deine Daten hergeben, statt für alle dieselbe Formel. Zweitens — und das ist der größere Hebel — rechnet die App deinen Bedarf aus deinem realen Verlauf zurück. Kein Rechner, der dich nur einmal befragt, kann das leisten.

Brauche ich einen DEXA-Scan?

Nein. Ohne Angaben zur Körperzusammensetzung rechnet Intaq. mit der bestvalidierten Standardformel. Ein Scan macht den Startwert genauer — aber nach zwei Wochen Tracking übernimmt ohnehin die Kalibrierung aus deinen echten Daten.

Ändert sich mein Ziel automatisch?

Ja. Es wird bei jeder relevanten Änderung neu berechnet — neues Gewicht, neue Laborwerte, ein geloggtes Training. Die App zeigt dir dabei transparent, welcher Parameter der Auslöser war.

Kann ich mein Ziel auch selbst festlegen?

Ja. Du kannst Kalorien und Makros jederzeit manuell überschreiben. Die berechneten Werte bleiben als Referenz sichtbar.

→ Grundlagen: Kalorienbedarf berechnen im Überblick
→ Kostenloser Kalorienbedarf-Rechner
→ Intaq. im Vergleich zu anderen Apps